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Pfarrer der Luthergemeinde

1973-1980

Werner Ross

1981-1990

Michael Koch

1992-1998

Dr. Traugott Schächtele

1998-2006

Elisabeth Lundbeck

seit 2007

Friederike Bornkamm-Maaßen

seit 2008

in Stellenteilung mit Thorsten Maaßen

Eine kleine Geschichte der Luthergemeinde

Die evangelischen Christen im Westen und Süden Ettlingens gehörten seit den 1950er Jahren zur Paulusgemeinde. 1951 bis 1956 (Einweihung der Pauluskirche) fanden Gottesdienste in der Pestalozzischule in Ettlingen-West statt. 1963 wurde im Kiefernweg in Ettlingen-West das Oberlinhaus gebaut.

Kirchsaal, Gemeinderäume und der Oberlin-Kindergarten werden zu einem bedeutenden Zentrum der von 550 (1959) bis auf 2.500 (1972) angewachsenen evangelischen Christen im ?Gebiet Entensee?. Die evangelische Diaspora in Buchhausen, Ettlingenweier und Oberweier wird ebenso vom Pauluspfarramt versorgt.

Seit  12. Mai 1957 steht ihr die ehemals katholische ?Kleine Kirche? in der Luitfriedstraße zur Verfügung. Sie wird unter großem persönlichem Einsatz der Gemeindeglieder für den evangelischen Gottesdienst vorbereitet.

1972 Eine dritte Pfarrgemeinde in Ettlingen wird beantragt und genehmigt. Entscheidung für den Namen Luthergemeinde.  Sitz des Pfarramtes wird das Oberlinhaus im Kiefernweg. Zur Luthergemeinde gehören Ettlingen-West, Bruchhausen, Ettlingenweier und Oberweier, später auch die evangelischen Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums am Horbachpark.

1973 Werner Ross wird erster Pfarrer der neugegründeten Luthergemeinde.Auf seinen Entwurf geht das Pfarramtssiegel zurück: aus einer aufgeschlagenen Bibel steigen die hebräischen Buchstaben des Wortes ?Schalom? (Frieden) und ein Ölbaum auf.

1974 Der Frauenkreis Oberlin wird von Frau Ross ins Leben gerufen, seit 1978 unter Leitung von Helga Haidl

1977 In einem Neubaugebiet im Oberfeld entsteht das Evangelische Gemeindezentrum Bruchhausen, Auch Pfarramt und Pfarrhaus ziehen in die Meistersingerstraße. Die Gemeindegliederzahl in den südlichen Dörfern war weiter im Steigen, während in Ettlingen-West der Zenit überschritten war. Im Kiefernweg beziehen in der Regel Pfarrvikarinnen oder Pfarrvikare die Dienstwohnung, deren Arbeitsschwerpunkte in Ettlingen-West lag.

1981 Pfarrer Michael Koch folgt Werner Ross als Pfarrer der Luthergemeinde

1992 Dr. Traugott Schächtele, schon als Pfarrvikar an der Luthergemeinde, übernimmt die Pfarrstelle.

1993 Frau Schächtele ruft den ?Abendtreff? junger Frauen ins Leben

1998 Elisabeth Davduv (später Lundbeck) wird Pfarrerin der Luthergemeinde

2005 Die Kirchengemeinde Ettlingen muss zur Haushaltskonsolidierung ein Gebäude verkaufen. Das Oberlinhaus in Ettlingen-West einschließlich Kindergarten wird aufgegeben. Gottesdienste und Gemeindegruppen der Luthergemeinde finden freundliche  Aufnahme bei der katholischen Liebfrauengemeinde im Lindenweg.

2007 Pfarrerin Lundbeck stirbt mit 52 Jahren am 24. Februar. Im Oktober treten Pfarrerin Friederike Bornkamm-Maaßen und Pfarrvikar Thorsten Maaßen (seit 2008 Pfarrer) in Stellenteilung die Pfarrstelle an.

2009 Januar: Zukunftskonferenz mit Dekan Jochen Zobel, Müllheim und Pfarrerin Dorothee Mack, Mailand. März: Zielvereinbarungen im Rahmen der Visitation mit Dekan Paul Gromer Dezember: Feierliche Eröffnung der Kleinen Kirche nach der Sanierung der Außenfassade

2010 Teilnahme am Projekt ?Gebetsorte?. Die Kleine Kirche wird geöffnete Kirche. Andrea und Nikolaus Kernbach gestalten Altarkreuz, Leuchter und Pult für das Fürbittbuch und legen weitergehende Pläne zur Gestaltung des Altarraums. In der Kleinen Kirche findet regelmäßig das ökumenische Taizégebet statt. In Folge der Gründung der katholischen Seelsorgeeinheit Ettlingen-Stadt wird der Gottesdienstplan verändert. Die Luthergemeinde feiert fortan gemeinsam Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr, abwechselnd in Ettlingen-West und Bruchhausen.

2011 Das 40. Ökumenische Gemeindefest in Ettlingen-West steht unter dem Motto ?Flagge zeigen für die Ökumene?. Ostermontag 2012 wird das von Thomas Zoller entworfene Ökumenebanner erstmals vor der Liebfrauenkirche gehisst.

2012 Im Rahmen einer Dachsanierung erhält das Gemeindezentrum ein Gründach. Start des Kirchlichen Umweltmanagementsystems ?Grüner Gockel? am 28. September im Gemeindezentrum. Psalmengarten im Rahmen des SWR4-Sommererlebnis. Jubiläumswochenende zu Martin Luthers Geburts- und Tauftag mit Sternmarsch und Laternenandacht in Bruchhausen sowie einem Festgottesdienst mit Prälat Dr. Schächtele in Ettlingen-West
Verstärkt werden Arbeitsbereiche auf Ebene der Kirchengemeinde Ettlingen gemeinsam bearbeitet: Arbeitskreis Asyl Ettlingen; Umweltteam ?Grüner Gockel?, Fundraising

2013 Jubiläumsgottesdienst 40 Jahre Pfarrstelle Luther mit Pfarrer Ross

Die evangelische Diaspora in Bruchhausen

Der folgende Text ist ein Excerpt aus:
Anke Safa, "So war es in Bruchhausen", Verlag Regionalkultur 2000, S.254-255
ISBN 3-89735-127-7

Bruchhausen war immer ein durch und durch katholisches Dorf. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts sind religiöse Minderheiten dokumentiert, es gab jedoch nie Juden im Dorf, obwohl vor allem im 18. Jahrhundert Juden durchaus auch auf dem Lande wohnten und in Ettlingen ja eine lebendige Gemeinde mit eigener, seit 1888 sogar neuer Synagoge bestand. Religiöse Minderheit waren die Protestanten, die vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg als Vertriebene im Dorf wohnten. Es hat allerdings auch Übertritte vom katholischen zum evangelischen Bekenntnis gegeben, in den Jahren 1962-66 zwei Mal. Außerdem wurde ein Protestant katholisch und ein Katholik verließ die Kirche ganz. Doch blieben solche Fälle die Ausnahme.

1898 gab es drei Protestanten gegenüber 779 Katholiken, 1925 war das Verhältnis 14 zu 882, 1935 26 zu 966. Doch erhielt diese kleine Gruppe Protestanten eigenen Gottesdienst in der Gemeinde. Erst nach dem Krieg wuchs die Zahl der Protestanten so an, dass auch sie daran dachten, eine eigene feste Kirche zu bauen. Vor allem durch die Neubaugebiete nahm ihre Zahl schneller zu als bisher. So zogen 1959 20 evangelische Familien in das Dorf mit insgesamt 35 Personen. Anfang der sechziger Jahre waren 70 Bruchhausener Protestanten, unter 1334 Einwohnern stellten sie ganze 0,65 Prozent. 1964/65 waren es 1,2 Prozent, die Gemeinde blieb klein.

Durch das Wachstum von Bruchhausen ab Ende der sechziger Jahre stieg die Zahl der Protestanten durch Neubürger kräftig an. Daher wurde der evangelischen Gemeinde, die damals noch von der Paulusgemeinde in Ettlingen mit versorgt wurde, nach Fertigstellung der katholischen St. Josefskirche 1956 die kleine Kirche in der Luitfriedstraße übereignet, worin regelmäßig Gottesdienst gefeiert wurde.

Nach Gründung der Lutherpfarrei, die für Ettlingen-West, Bruchhausen, Ettlingenweier und Oberweier zuständig ist, war die Kirche oft zu klein, so dass am 6. August 1977 der erste Spatenstich für ein Gemeindezentrum in der Meistersingerstraße erfolgte. Die Einweihung dieses Zentrums war bereits am 11. Dezember 1977. Die Bauzeit war deshalb so kurz, weil es sich um einen Fertigbau handelt.

Zum Jahresbeginn 1978 erhielt dann Bruchhausen ein eigenes evangelisches Pfarramt, da Pfarrer Werner Ross von Ettlingen-West in das ebenfalls neu erbaute Pfarrhaus neben dem Zentrum zog. Seither ist Bruchhausen der Mittelpunkt der Lutherpfarrei.

Die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder hat sich allein in Bruchhausen jetzt auf etwa 1.500 erhöht, so dass heute nicht mehr von einer Diaspora gesprochen werden kann. Nach wie vor werden neben den Gottesdiensten im Gemeindezentrum auch kirchliche Feiern in der kleinen Kirche gehalten; beliebt ist dieses Kleinod besonders auch als Hochzeitskirche.

Hinweis der Online-Redaktion: Die Gottesdienste finden heute meistens im Gemeindezentrum statt. Die Kleine Kirche wurde 2011 zu einer "offenen Kirche" umgewandelt.

Ehemalige Kapelle der katholischen Gemeinde in der Luitfriedstraße, heute evangelische Kirche. Oben: Die Kleine Kirche von 50 Jahren (Quelle: Stadtarchiv Ettlingen, 4/11-005) und nach der Renovierung im Frühjahr 2009. Bilder aus dem Gottesdienst Raum nach der Renovierung (Quelle: Herr Fahrer).